Ideenvergleich ≠ Ideenwettbewerb

Wir wollen ja nur noch mal nachfragen. Herr Riebschläger hatte sich aufgrund unseres Artikels „Bodo Oehme baut ein Rathaus“ angegriffen gefühlt. Wir möchten Herrn Riebschläger auch nichts unterstellen oder ihm die explodierenden Kosten für das Rathaus anlasten. Wir fragen uns aber, ob die Vergabe seitens der Verwaltung korrekt gelaufen ist. Er teilte uns mit, dass die Aussage „…es hätte keinen Ideenwettbewerb gegeben…“ falsch sei und stellte uns einen Teil des Schriftverkehrs zwischen Ihm und der Verwaltung als Beleg zur Verfügung. In den Briefen ist die Rede von einem „Ideenvergleich“. Wer sich dieses Wort ausgedacht hat, ist nicht bekannt.

Fakt ist, bei einem Wettbewerb gibt es feste Regeln. Es gibt das „offene Verfahren“, oder das begrenzt offene mit Bewerbungsverfahren – alle Wettbewerbe sind letztendlich für die Jury anonym, sonst kann eine Übervorteilung stattfinden.

Alle Verfahren die bisher in Schönwalde vom BM durchgeführt wurden, waren keine Wettbewerbe, da es kein Anonymes Verfahren gab und keine Echte Jury vorhanden war. Somit kann man auch bei dem „Ideenvergleich“ für das Rathaus nicht von einem echten Wettbewerb sprechen. Auch die Bürger wurden nicht mit einbezogen.

Aber was hat denn nun die Kostenexplosion ausgelöst?

Um dies den Steuerzahlern / Bürgerinnen und Bürgern plausibel zu erklären sind die Kosten und Mehrkosten, sowie die zeitliche Abfolge in den Kostengruppen ( KGR ) 100 bis 700 vom Bauherrn darzustellen.
 

  • KGR. 100 – Grundstück: – alle Kosten die mit dem Grundstück zusammenhängen
  • KGR. 200 – Herrichten und Erschließen: – Z.B. Erschließungsbeiträge
  • KGR. 300 – Bauwerk: – Z.B. Maurer-, Zimmerer-, Dachdecker-, Klempner-, Tischlerarbeiten
  • KGR.  400 – Bauwerk, Technische Anlagen: Z.B. Elektro-, Heizung- &  Sanitärarbeiten
  • KGR.  500 – Außenanlagen: Z.B. Pflaster-, Pflanz-, Brunnenarbeiten
  • KGR. 600 – Ausstattung und Kunstwerke: Z.B. Möbel
  • KGR. 700 – Baunebenkosten: Z.B. Vermesser, Statiker, Prüfstatiker, Architekten

Die zeitliche Folge der Kostenaufstellungen der Architekten ergibt sich aus der HOAI – das ist die Honorarordnung der Architekten

1. Kostenschätzung – Datum nach dem Vorentwurf
diese wird durch den Architekten nach der Entwurfsplanung erstellt und dient als grober Richtwert für den Bauherrn, damit dieser sein Budget sicherstellen kann ( Bank ) und die Kosten abschätzen kann.

 2. Kostenberechnung – Datum nach dem Bauantrag
diese wird durch den Architekten nach der Entwurfsplanung während des Bauantrages erstellt. Hier werden Kosten nach der Grobelementmethode relativ genau ermittelt. Mehrkosten müssen ab diesem Zeitpunkt schon Planungsänderungen durch höhere Gewalt bzw. Sonderwünsche des Bauherrn beinhalten.
Kurz vor dem Einreichen des Bauantrages bei den Behörden erhält der Bauherr einen Einblick in die „Wahren“ Kosten seines Bauwerkes.

3. Kostenanschlag – Datum nach der Auswertung der Ausschreibungen.
Hier haben sich Firmen preislich Gebunden, so das die Herstellungskosten des Bauwerks genauer als 10% festgestellt werden kann.

4. Kostenfeststellung – Datum nach der Fertigstellung
diese wird durch den Architekten nach der Fertigstellung des Bauvorhabens erstellt.

Adleraugen Schönwalde

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