Sport ist mir wichtig!

 

Interview mit Matthias Beigel – SPD Bürgermeisterkandidat:

Sekt oder Selter?

Bei dieser Auswahl: Selter. Ansonsten gerne auch mal ein Wein oder ein Bier.

Hund oder Katze?

Ich mag Hunde und Katzen. Da mich aber Katzen bereits mein ganzes Leben lang begleiten, würde ich mich für diese entscheiden.

PKW oder Fahrrad?

Wenn ich Zeit habe und das Wetter es zulässt, nehme ich auch gerne das Rad.

Kino oder DVD?

Für Kino fehlt mir oft die Zeit, daher DVD.

Party oder Konzert?

Beides hat seine Vorzüge.

Brief oder E-Mail?

Oft ist die E-Mail mein Favorit, weil sie schnell und unkompliziert ist. Bei sehr privaten oder offiziellen Anlässen schreibe ich aber auf Briefpapier. Das gehört sich so.

Rot-Grün oder Rot-Schwarz?

In der Zeit der rot-grünen Bundesregierung ist Deutschland wirtschaftlich maßgeblich vorangekommen. Außerdem ist unser Land offener und toleranter geworden. Der ganze Mehltau, der nach 16 Jahren Helmut Kohl über Deutschland lag, wurde damals beseitigt. Deshalb klare Tendenz zu Rot-Grün.

Fahren Sie zum Einkaufen nach Berlin oder ins Umland?

So oft es geht, kaufe ich in Schönwalde ein. Auch bei den Einzelhändlern in den Ortsteilen. Sie sind für die Nahversorgung sehr wichtig. Vor allem ältere Bürgerinnen und Bürger, die nicht mehr gut zu Fuß sind, profitieren davon ganz konkret. Deshalb brauchen die kleinen Läden unsere Unterstützung. Notfalls könnten auch mobile Verkaufsstellen aushelfen.

Wenn Sie die Bürgermeisterwahl gewinnen, was würden Sie als Erstes tun?

Ich würde meine Freunde und Helfer für den nächsten Tag zum Frühstück einladen. Als Dankeschön. Denn alleine können Sie einen solchen Wahlkampf gar nicht bestreiten.

Wenn Sie die Bürgermeisterwahl verlieren, was würden Sie als Erstes tun?

Ich würde meine Freunde und Helfer für den nächsten Tag auch zum Frühstück einladen. Denn für deren Unterstützung bin ich auf jeden Fall dankbar, ganz unabhängig vom Wahlausgang.

Was ist ihr größtes Ziel für die achtjährige Amtszeit eines Bürgermeisters?

Wir müssen in Schönwalde wieder klare Prioritäten setzen. Es geht um nichts weniger als den Zusammenhalt der Gemeinde. Wir müssen mehr tun für Familien mit Kindern. Wir müssen mehr tun für ältere Menschen und wir müssen die vielen Ehrenamtlichen mehr fördern und ihre Leistungen stärker anerkennen. Dafür habe ich eine Reihe ganz konkreter Vorschläge entwickelt. Diese umzusetzen, ist mein Ziel.

Welches Ihrer Ziele wäre Ihrer Meinung nach am schnellsten umsetzbar?

Als neuer Bürgermeister möchte ich Offenheit und Transparenz in Schönwalde wieder stärker Geltung verschaffen. Dieses Ziel lässt sich schnell umsetzen. Man muss es nur wollen.

Was liegt ihnen mehr Verwaltungsarbeit oder Repräsentation?

Beides gehört dazu. Die Verwaltungsarbeit ist aber klar die wichtigere Komponente, denn als Bürgermeister hat man vor allem für einen reibungslosen Ablauf der Verwaltung zu sorgen. Da hat unsere Gemeinde Nachholbedarf. Denken Sie nur an die Debatte um die Kita-Satzung. Die Bürger dürfen nicht die Leidtragenden sein.

In Schönwalde-Dorf entsteht ein Poloplatz, würden Sie sich auch mal im Polosport versuchen wollen?

Ehrlich gesagt nein. Ich habe nichts gegen Pferde und schon gar nichts gegen sportliches Engagement. Beim Poloplatz im Dorf bleibe ich aber skeptisch. Wieso sollen für einen Poloplatz 3.205 m² Wald gerodet werden, wo doch der nächste Platz quasi um die Ecke liegt? Zudem sind mir manche Äußerungen der Investoren etwas suspekt. Wie auf deren Internetseite nachzulesen ist, richten sie sich an „stolze Rolex-Träger“ und „Yachtbesitzer“. Ich habe zum Glück beides nicht und bin mir nicht sicher, ob ich dort mit meiner einfachen Uhr und meinem acht Jahre alten Auto willkommen wäre. Ich bleibe daher lieber in einfachen gesellschaftlichen Kreisen. Da fühle ich mich wohler

Gibt es für Sie einen Lieblingsplatz (Ort) im Gemeindegebiet?

Ja, es gibt sogar mehrere, sowohl in der Siedlung als auch in unseren Dörfern. Besonders mag ich aber den Grünefelder Kiessee. Früher war das eine sehr beliebte Badestelle. Ich würde als Bürgermeister gerne meinen Beitrag dafür leisten, dass das wieder so wird. Viele Menschen würden davon profitieren.

Was mögen Sie an den Schönwaldern besonders?

Die ehrliche Art. Man sagt, was man denkt und man tut, was man sagt. Auf diese Art und Weise entstehen keine Missverständnisse.

Was wünschen Sie sich als Gemeindeoberhaupt von den Schönwaldern?

Einen gegenseitigen fairen und verständnisvollen Umgang miteinander. Mein Eindruck ist, dass dies aber schon heute so ist. Ich erhalte eine Menge E-Mails und Briefe, aus denen nicht nur viel Zuspruch, sondern auch ein anständiger Umgangston hervorgeht.

Was verstehen Sie unter einer guten Familienpolitik?

Gerade in einer älter werdenden Gesellschaft brauchen wir mehr junge Familien in unserer Gemeinde. Wir müssen ein Interesse daran haben, dass sie ihr Häuschen nicht in Dallgow oder Brieselang errichten, sondern hier bei uns in Schönwalde-Glien. Durch ein gesundes Verhältnis von jungen und älteren Menschen werden wir unser gesellschaftliches Leben, unsere Lebensqualität und unsere Wirtschaftskraft erhalten und ausbauen können. Deshalb bedarf es stärkerer Anreize für junge Familien. Wir müssen stärker um sie werben, uns mehr um sie bemühen. Angefangen bei unseren Kitas bis hin zu unseren Schulen und Jugendeinrichtungen kann und muss in den kommenden Jahren mehr getan werden.

Was verstehen Sie unter einer guten Sozialpolitik?

Der Sozialstaat hat die Vorstellung überwunden, dass der Schwache, Arme oder Kranke abhängig von einer Barmherzigkeit ist, die ihm zu Teil wird oder auch nicht, je nachdem was die Barmherzigen gerade so tun. Mit dem Sozialstaat haben sie den Anspruch auf Hilfe. Derjenige, der unverschuldet in Not gerät, erfährt die Solidarität, die Unterstützung und die Hilfe der Gemeinschaft. Das ist soziale Gerechtigkeit.

Was werden Sie in den nächsten Jahren für Kinder und Jugendliche tun?

Ich möchte Kinder und Familien in Schönwalde-Glien stärken. Auch die Gemeindeverwaltung muss künftig dazu beitragen, dass Schönwalde noch kinder- und familienfreundlicher wird. Andere Gemeinden machen das besser. Das beginnt in unseren Kitas, wo die Gebühren für alle bezahlbar sein müssen. Auch die Schulwegsicherung kann und muss noch besser werden. Eine gute Kooperation zu den „Bündnissen für Familien“ will ich auf den Weg bringen, ebenso wie zum „Havelländischen Netzwerk Gesunde Kinder“. Damit Kinder und Familien eine starke Stimme bekommen, werde ich eine/n Familienbeauftragte/n ernennen.

Was werden Sie in den nächsten Jahren für unsere Senioren tun?

Ich höre immer wieder bei meinen Gesprächen mit älteren Menschen, dass sie die mangelnde Mobilität belastet. Ob Einkauf, soziale Kontakte oder auch der Arztbesuch, ohne ausreichende Mobilität leidet die Lebensqualität ganz enorm. Ich möchte, dass ältere Menschen so lange wie möglich ein selbstständiges Leben in ihren eigenen vier Wänden führen können, auch dann, wenn die Familienangehörigen nicht gleich um die Ecke wohnen. Deshalb möchte ich den Bürgerbus in unserer Gemeinde etablieren. Alle Altersgruppen werden ihn nutzen können. Profitieren werden erfahrungsgemäß aber besonders die Älteren. Unser Bürgerbus soll vor allem konkrete Bedürfnisse bedienen. Der Einkauf im Havelpark zählt für mich genauso dazu, wie die Fahrt zum Arzt oder zur Theateraufführung in unseren Ortsteilen. Neben dem Bürgerbus ist mir auch die Nahversorgung in den Ortsteilen sehr wichtig.

Freuen Sie sich auf Ihr Büro im neuen Rathaus oder wären Sie lieber im bisherigen Verwaltungssitz geblieben?

Das alte Rathaus ist als Verwaltungssitz kaum geeignet. Die Entscheidung, in ein anderes Gebäude zu ziehen, war daher richtig. Nicht in Ordnung sind aber die ständig steigenden Kosten für den Bau des neuen Rathauses. Da ist das Maß verlorengegangen. Beispielsweise hätte man die über 150.000 Euro für eine Klimaanlage lieber für unsere Kinder investieren sollen. Die Äußerungen der CDU, man wolle halt „ein Rathaus mit allen Extras“, koste es was es wolle, finde ich abwegig.

Was meinen Sie, braucht Schönwalde einen Sportplatz im Erlenbruch?

Ja, wir brauchen ihn. Sport ist mir sehr wichtig. Ich wünsche mir, dass wir unseren Sportlern – insbesondere unseren Kindern und Jugendlichen – bestmögliche Bedingungen bieten können. Deshalb war es auch die SPD, die vor geraumer Zeit einen bedarfsgerechten Sportplatz im Erlenbruch beantragt hat. Angesichts eines Haushaltslochs in Höhe von 1,6 Millionen Euro (!) müssen wir aber natürlich auch auf dem Teppich bleiben. Wir können nur das bauen, was bezahlbar ist und hinterher auch gepflegt werden kann. Für einen guten Sportplatz im Erlenbruch, der allen Schönwaldern zu Gute kommt, mache ich mich stark. Für Luftschlösser im CDU-Wahlkampf nicht.

Ist die Auftragsvergabe in Schönwalde aus Ihrer Sicht ausgewogen und gerecht?

Ich gehe davon aus, dass die Entscheidungen rechtmäßig zustande kommen. Ich weiß aber natürlich, worauf Sie hinaus wollen. Denn auch ich werde häufig von Bürgerinnen und Bürgern auf das Thema „Vergabe für öffentliche Bauten“ angesprochen. Moralisch haben die vielen kritischen Fragen meines Erachtens durchaus ihre Berechtigung.

Wie stehen Sie dazu, dass Lothar Lüdtke als Bauunternehmer gleichzeitig Vorsitzender des Bauausschusses ist.

Ich habe in meinem Leben gelernt, dass gerade Politiker darauf achten sollten, jeden Anschein von Bevorzugung zu vermeiden. Andernfalls werden Vorurteile gefördert. Politiker haben, gleich auf welcher Ebene, immer eine Vorbildfunktion. Das ist gelegentlich anstrengend, aber trotzdem gut so. Deshalb kann ich nur jedem raten, sich in einer solchen Lage zu entscheiden: Entweder möchte man sich – was völlig in Ordnung ist – mit seiner Firma um Aufträge der Gemeinde bemühen. Oder aber man möchte sich uneigennützig für unsere Gemeinde engagieren. Ständig beides zu vermischen, erscheint mir fragwürdig. Denn dann bleibt immer ein fader Beigeschmack.

Wie hoch schätzen Sie ihre Chancen ein, die Bürgermeisterwahl zu gewinnen?

Das Rennen ist offen. Bei einer hohen Wahlbeteiligung wird es für den Wahlsieg reichen.

Das Interview wurde von Ines Zock geführt. Die Adleraugen bedanken sich, dass wir es hier veröffentlichen durften.

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5 Antworten zu “Sport ist mir wichtig!

  1. ihr seid doch nur verärgert über das wahlergebnis.
    tatsache ist, das ein so blasser kandidat von auswärts ohne inhalte („ein bürgermeister für alle“ wie schlau!) keine chance hatte, der obendrein ein internet-betrüger ist und fahrerflucht begeht.
    seine gefolgschaft ist sich uneins (ob das probleme der inhaltslosigkeit, der profilneurosen oder der wechseljahre sind?) und schiebt umweltinteressen der machtgier vor.
    armselige spiesser!

    • Ja, das Ergebnis ärgert uns, aber der Souverän hat gesprochen und als gute Verlierer haben wir Oehme zur Wahl gratuliert. Ob das als Fahrerflucht gewertet wird müssen die Richter entscheiden. Das Herr Beigel ein Internetbetrüger ist, ist auch faktisch falsch. Aber wir wollen uns doch nicht in Kleinigkeiten ergehen. Von welcher Gefolgschaft sprechen Sie denn? Machtgier? Sorry, die Jacke zieh ich mir nicht an. Was soll Ihr Kommentar erreichen? Haben Sie auch etwas pro Oehme zu sagen?

      Uwe

  2. Pingback: Der tägliche Wahlkrampf #5 «

  3. Wenn sich Menschen als Übermenschen betrachten und dann zu Unmenschen mutieren, wird es Zeit für Veränderungen. Es wird Zeit für die Schönwalder aus dem Schatten zu treten, sonst brennt bald eine heiße Sonne auf neue, tierquälerische Poloplätze herab und 3205 qm Wald spenden keinen Schatten mehr, vielleicht ein Gewinn für einige Wenige, aber ein Riesenverlust für die Bürger Schonwaldes!
    Mit freundlichen Grüßen
    Elke Gelzleichter aus dem Saarland

  4. pronaturschoenwaldeglien

    Unser Respekt gegenüber den Menschen die Veränderungen suchen…
    Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich Bodo eigentlich immer respektierte. Wir sind immer gut ausgekommen sozusagen. Aber es geht leider so nicht weiter! Frau Ines Zock, Herr Matthias Beigel, Herr Michael Laarß u.v.m versuchen in Schönwalde – Glien einiges transparenter zu machen. Ich finde, es sind demokratisch wichtige Werte welche unser aller Aufmerksamkeit bedarf. Hier in Schönwalde-Glien geschehen seltsame Dinge, Baulöwen werden immer “besser“ und Pferde Polo wird unserem Wald übergestellt! Das ist nicht mehr mein Weg!
    Wann wird Widerstand zur Pflicht? Wenn Unrecht zu Recht wird !
    Für Schönwalde sind die Bürger des Havellandes in der Pflicht, Flagge zu zeigen, Mut zu beweisen, sich gegen den Trend und auch Politiker zu stellen; denn sie sind das Volk! Politiker sind nicht von einer Interessentengruppe bzw. einer Minderheit beauftragt, sondern vom Volk gewählt und haben die Interessen der Allgemeinheit bzw. der Wähler, deren Kinder und Kindeskinder zu wahren.
    Eventueller WaldMord: In Zeiten des Klimawandels macht eine Waldrodung von über 3000 Quadratmeter Wald absolut keinen Sinn! Polo = Tierausbeute, Bauunternehmer gleichzeitig Vorsitzender des Bauausschusses, exorbitante Kosten für Bauvorhaben (Steuerzahler Kosten) das alles sind Dinge die mir anstinken, ich habe keinen Bock mehr darauf!!!
    „Ungerechtigkeit ist relativ leicht zu ertragen, Gerechtigkeit tut weh.“ Wir werden mit euch kämpfen! http://www.naturwelt.org Frank & viele Freunde , PETA & Greenpeace. Die Friedenspfeife ist derzeit begraben, wir kämpfen mit Euch für Veränderungen. Frank Langhanke

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