Das Interview mit Frau Zock

Mit freundlicher Genehmigung von Frau Zock veröffentlichen wir hier das Interview aus der Märkischen Allgemeine.  In der Printausgabe befindet sich noch ein Bild von Frau Zock mit der Unterschrift:“Als Ortsvorsteherin gescheitert.“  Meine Meinung Ich persönlich hätte da ja noch ein Fragezeichen hinter gesetzt. Ich empfehle dazu auch folgenden Artikel http://wp.me/pR9CJ-QK

„Zurückhaltung fällt mir schwer“
Schönwaldes frühere Ortsvorsteherin Ines Zock über ihre Abwahl, ihren Hang zu aussichtslosen Kämpfen und den Untergang der Titanic

Ines Zock ist als Ortsvorsteherin von Schönwalde-Siedlung abgewählt worden. Über Kleinkrieg, Fehler und Bodo Oehme sprach mit ihr Oliver Fischer.

Frau Zock, wie sehr hat Sie der Abwahlantrag überrascht?


Ines Zock: Der Zeitpunkt – kurz vor Weihnachten – war schon sehr überraschend. Ansonsten gab es die Ankündigung von CDU-Fraktionschef Lothar Lüdtke, dass mein Engagement im Bürgermeisterwahlkampf für den SPD-Kandidaten Matthias Beigel Konsequenzen haben würde. 2010 soll es übrigens auch schon mal den Versuch gegeben haben, eine Mehrheit für meine Abwahl zu organisieren. Damals soll es aber an den Linken gescheitert sein.

Jetzt haben die Linken die Abwahl unterstützt. Mario Bauer hat gesagt, eine Zusammenarbeit mit Ihnen war nicht mehr möglich. Sie sind enttäuscht. Worüber genau?

Zock: Ich bin mit Mario Bauer immer gut ausgekommen. Deshalb hätte ich mir gewünscht, dass er auf mich zugeht, wenn er Probleme mit meiner Arbeit hat. Das hat er nicht getan.

Sie müssen aber auch selbst bemerkt haben, dass die Stimmung im Ortsbeirat zunehmend schlechter wurde.

Zock: Die letzten Sitzungen waren tatsächlich anstrengend. Da gab es den Kleinkrieg, den Jochen Mund . . .

. . . der für die CDU den Abwahlantrag gegen Sie unterschrieben hat…

Zock: . . . moniert hat. Die Protokollkontrollen sind ausgeartet. Selbst kleine Vorschläge von mir wurden niedergeredet, so habe ich mir die ehrenamtliche Arbeit als Ortsvorsteherin nicht vorgestellt.

Haben auch Ihre Auseinandersetzungen mit Bürgermeister Bodo Oehme Ihre Arbeit beeinträchtigt?

Zock: Die Differenzen haben meine Arbeit sicher nicht leichter gemacht. Aus meiner Sicht habe ich Bodo Oehme aber nur kritisiert, wenn es notwendig war.

Einige Schönwalder sprechen auch bei diesen Streitigkeiten von einem Kleinkrieg.

Zock: Von meiner Seite waren das kritische Anmerkungen zu Großprojekten, in die viel Geld geflossen ist und noch fließen soll. Oder nehmen Sie die Kitagebühren. Da habe ich mich für eine sozialverträgliche Erhöhung eingebracht. Ich bin kein Mensch, der wegschauen kann. Aber ich verfolge keine persönlichen Interessen, mein einziger Lohn ist die Anerkennung der Bürger.

Dafür begeben Sie sich aber ganz schön oft in Situationen, die Ärger einbringen, und die für Sie unangenehm sind.

Zock: Das ist mein Naturell. Ich wäre früher wohl mit dem Schlauchboot losgerudert, um den Untergang der Titanic zu verhindern. Aber ich habe mich auch entwickelt. Heute würde ich eine Schwimmweste mitnehmen.

Heißt das, Sie haben ein Hang zu aussichtslosen Kämpfen?

Zock: Mir ist bewusst, dass ich selten eine Chance gegen die absolute Mehrheit der CDU hatte. Trotzdem ist es mir in diesen Momenten wichtig, den Menschen mitzuteilen, dass es Alternativen gibt.

Aber Sie stehen mit Ihrer Ansicht oft alleine da. Kritiker sagen, Sie wüssten nicht, wann Sie Ihre Meinung besser für sich behalten sollten.

Zock: Zurückhaltung fällt mir schwer, aber natürlich habe ich auch Fehler gemacht.

Welche waren die größten?

Zock (überlegt): Ich könnte jetzt einige nennen, aber ich glaube, um meine Fehler ging es nicht, sondern darum, mich als kritische Stimme aus dem Verkehr zu ziehen.

Das ist geglückt. Wie sehr trifft Sie das persönlich?

Zock: Ich bin leidgeprüft. Und es gibt immer ein zweite Runde.

Wie könnte die aussehen?

Zock: Ich werde meine Mandate behalten, und bei der Kommunalwahl 2014 wird sich auch etwas finden. Ich will den Bürgern als kritische Stimme erhalten bleiben.

Was würden Sie anders machen, wenn Sie nochmal Ortsvorsteherin werden könnten?

Zock (lacht): Ich würde eine Schwimmweste anziehen.

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Eine Antwort zu “Das Interview mit Frau Zock

  1. Hühneraugenpflaster

    Vielen Dank Frau Zock! Wir sind nicht auf der Costa-Dingsda oder Andrea Doria… Wir haben alle unsere Schwimmwesten an! Land ist in Sicht!

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