Sportvereine haben keinen Bedarf mehr

Seit 2006 beschäftigt sich die Gemeindevertretung mit der Sportstättenentwicklung im Erlenbruch. In der Vorlage zur Sportstättenentwicklung hieß es damals: „Die Gemeindeverwaltung Schönwalde-Glien ist seit langem bestrebt, ein Sportstättenentwicklungskonzept zu erarbeiten, das in Übereinstimmung mit den Sportvereinen kontinuierlich und langfristig die sportliche Entwicklung in der Gemeinde begleitet und Planungssicherheit für die Sanierung der bestehenden Sportanlagen bzw. für die erkennbar notwendige Neuschaffung von Sportanlagen herstellt.“

 Im Jahre 2012 wurde nunmehr aus dieser Sportstättenentwicklung ein Mehrgenerationen-Sport-Spiel-Freizeitzentrum im Erlenbruch. Diese jähe Wendung erfolgte mit dem Hintergrund, dass Fördermittel für Sportanlagen nicht mehr fließen, für Rast- und Freizeitanlagen sind Förderungen jedoch noch möglich. Der tatsächliche Bedarf für eine solche Anlage wurde zu keinem Zeitpunkt ermittelt. Wichtig war und ist hierbei anscheinend nur der Umstand, dass Fördermittel fließen könnten.

 Dass an diesem Projekt bis jetzt weiter festgehalten wird, wurde mit dem großen Bedarf unserer Sportvereine insbesondere der drei Fussballvereine in Perwenitz, Paaren und in der Siedlung begründet. Dabei heiß es noch Ende Juli 2012 in der Begründung der Gemeindeverwaltung wie folgt: „Die Entscheidung für den Neubau eines Sport- und Freizeitzentrums im Erlenbruch wurde mit dem Ziel getroffen, eine Sport- und Freizeitstätte zu entwickeln, die sowohl dem Bedarf der Sportvereine und auch des Breiten- und Freizeitsports sowie der generationsübergreifenden Freizeitgestaltung gerecht wird.“

 Doch von welchem Bedarf ist hier die Rede? Allein die Tatsache, dass die Diskussion über diese neuerliche Freizeitanlage im Erlenbruch nur deshalb entstanden ist, weil es einen angeblich erkennbaren notwendigen Bedarf an der Neuschaffung von Sportanlagen gab, lässt erahnen, wie groß die Nachfrage aus der Bevölkerung oder den Vereinen für die aktuelle Idee zur Schaffung einer solche Freizeitanlage ist, nämlich gleich null.

 Jetzt liegen den Gemeindevertretern die aktuellen Beschlussvorlagen für das Mehrgenerationen-Sport-Spiel-Freizeitzentrum im Erlenbruch und das Multifunktionsgebäude vor. Die Begründung ist unterteilt in Pro und Kontra. Während sich in Pro die üblichen Befürwortungen für das Projekt wiederfinden, reibt sich der Leser bei Kontra verwundert die Augen. Dort steht:

 

Im Klartext heißt das, dass die drei großen Sportvereine keinen Bedarf mehr an einem Sportplatz im Erlenbruch haben. Dafür aber lieber ihre eigenen Standorte weiter ausbauen würden. Da darf einem Gemeindeverteter nach nunmehr sechsjähriger Planung, zähen Beratungen und Beschlussfassungen die Frage erlaubt sein, wozu dann die ganze Aufregung? Und was sollten die Beschuldigungen des Hauptamtlichen Bürgermeisters man sei gegen Sport, wenn man diesem Projekt nicht zustimmt?

 Dieses Vorhaben zeigt einmal mehr, wie dilettantisch in Schönwalde gearbeitet wird. Statt erst die Vereine zu fragen, wird eine Diskussion um ein vakantes Projekt angezettelt. Bis dato ist zudem nicht klar, wie groß der Bedarf für die jetzt favorisierte Variante eines Mehrgenerationen-Sport-Spiel-Freizeitzentrum im Erlenbruch tatsächlich ist und in ein paar Jahren sein wird. Dafür wäre nämlich eine Bedarfsanlyse erforderlich. Doch das setzt ein Mindestmaß an Professionalität voraus, welches in Schönwalde-Glien unter der derzeitigen politischen Führung leider schmerzlich vermisst wird.

 Ines Zock

parteilose Gemeindevertreterin

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7 Antworten zu “Sportvereine haben keinen Bedarf mehr

  1. Hier mal eine konstruktive Anregung für die Schönwalder Verantwortlichen
    – To whom it may concern –

    Anstelle der Anlage im Erlenbruch, die ja nun ihren seeligen Frieden gefunden hat und die vielleicht eigentlich speziell auf die Bedürfnisse einer ersten Herrenmannschaft auf Landesliganiveau konzipiert war, könnte man ja mal überlegen, ob denn die „bösen“ Raubritter in Falkensee nicht eine schöne neue Sportanlage in der Rosenstr. haben, die neben 3 Kunstrasenfeldern auch über einen Rasenplatz mit Laufbahn, Umkleidekabinen und Tribünenbereich verfügen. Auf letzterem spielen übrigens nur Mannschaften ab Landesliga Level – keine Angst nicht die konkurrienden Herrenmannschaften von Blau-Gelb oder FF. Würde also prima passen für die oben genannte Herrenmannschaft, auch im Falle eines Aufstiegs in die Brandenburgliga, was wir uns als Schönwalder von Herzen (und dies ist wirklich im positiven Sinne gemeint) wünschen (sollten).

    Ach ja, der Platz liegt übrigens nur ca. 10 Minuten (nein: nicht 10km, das war Perwenitz) entfernt vom Strandbad in Schönwalde. Tja, wenn da aber nicht die imaginäre Stadtmauer in Falkensee wäre…

  2. Na das ist doch mal wieder so eine typische Schönwalder Geschichte. Unglaublich aber wahr.

  3. Der Ablauf der Geschichte ist so verrückt, dass es m.E. so nicht sein kann.
    So wie Oehme gedrängt hat, ist bekannt. So wie Oehme anders Denkende beschimpft hat, ist bekannt. Und jetzt erfährt er von den Sportvereinen, dass die das garnicht brauchen. Für den SSV spricht Herr Ehl, der zur Entourage Oehmes gehört und für Paaren spricht Herr Hartley, der bei ihm in verantwortlicher Stellung Beschäftigter ist. Was soll das für ein Gemeinwesen sein, in dem die hauptsächlich Betroffenen wenige Stunden vor der Entscheidung eines Prioritätenvorhabens dankend abwinken? Hat man mit den Leuten denn vorher überhaupt nicht gesprochen? Hat sich Oehme die Dringlichkeit der Sportanlage aus der Nase gezogen? Das wäre so bekloppt, dass es nicht sein kann.
    Vielleicht erfährt man irgendwann, was der wirkliche Grund ist. Vielleicht schon heute Abend. Erfahren wird man sicherlich, wer an der Entwicklung Schuld ist: Oehme mit Sicherheit nicht.

  4. Bei diesen Informationen bleibt einem die Spucke weg. Ich will mich heute dazu nicht äußern; ich glaube das geht erst, wenn man eine Nacht darüber geschlafen hat. Dann muss man aber auch Klartext reden.
    Zunächst nur soviel: das von Frau Zock angesprochene Sportstättenentwicklungskonzept (u.a. Protokoll von 2008 veröffenticht unter http://www.schönwalde-siedlung.de) sagt aus, dass die Zielrichtung die Entwicklung der „Kernsportstätten“ der drei großen ballsporttreibenden Vereine am Strandbad, in Pausin und in Perwenitz sein sollen. Das war auch transparent und nachvollziehbar erklärt. Die drei Vereine erklärten auch einstimmig ihre Ablehnung gegen eine Variante Erlenbruch. Jedem, der schonmal als Fußballer in einer Mannschaft trainiert und gespielt hat war diese Ablehnung auch verständlich; Erlenbruch ist für alle Mannschaften nicht Heimspiel sondern auswärts.
    Zu 2012 möchte ich mich morgen äußern

  5. Verschwendung von Steuergeld……….
    Verstehe ich das richtig , unserer Bürgermeister möchte 900.000 € plus Betriebskosten,Instandhaltung etc. in einen Kunstrasenplatz im Erlenbruch investieren wofür kein Verein in unserer Gemeinde Bedarf sieht.Unser aller schwer verdientes Steuergeld wird hier im wahrtsen Sinne des Wortes “ verbrannt “ .Wer hält diese Menschen auf die solche Beschlüsse fassen.Glücklicherweise gibt es hier Bürger und Initiativen die nicht alles abnicken weil Sie etwas kritischer und anders denkend sind.

  6. Aber immerhin sind doch der Kreisanglerverband Nauen und der SSV 53 interessiert. Oehme ließ doch letztens schon die „Dorf-Vereine“ außen vor und erwähnte nur eine Nutzung für die Siedlung und Schönwalde-Dorf. Oehme will sein neues Prestigeobjekt auf jeden Fall und er hat sicherlich noch etliche Nutzungsideen in seinem ulkigen Köcher. 😉

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