Kommentar zur Windkraft in Schönwalde

Die Adleraugen sehen das Thema erneuerbare Energien sehr differenziert. Die Energiewende ist wichtig und muss nach vorne gebracht werden. Zurück zur Atomkraft will von uns letztlich keiner. Nur muss dieses gewaltige Vorhaben gut koordiniert werden und strukturell geordnet ablaufen. So machen Mammut-Windparks in unserer Gemeinde, wie etwa die Nauener Platte, keinen Sinn, da sie maximal zu einer Überlastung Stromnetzes führen. Zudem ist unsere Gemeinde von mehreren Landschaftsschutzgebieten umgeben, welche das Aufstellen von Windkrafträdern quasi ausschließt. Nicht umsonst hat die Regionale Planungsgesellschaft im Gemeindegebiet Schönwalde-Glien keine Windeignungsgebiete ausgewiesen. Wozu haben wir überhaupt eine zentrale Planungsgesellschaft im Land Brandenburg, wenn dann eine kleine Gemeinde, wie Schönwalde-Glien, versucht ihr eigenes Süppchen zu kochen? Der Versuch der Aufstellung eines Teil-Flächennutzungsplanes war daher von Anfang an kontraproduktiv und kehrt sich jetzt möglicher Weise ins Gegenteil um. Diese negative Entwicklung beschäftigt auch die Mitglieder der Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagen. Ein Vertreter der BI hat sich mit der Bitte um Veröffentlichung des nachfolgenden Artikels an uns gewandt. Dieser Bitte wollen wir hiermit gern nachkommen.
(Die Adleraugen) 
DER ARTIKEL:

 Die Berliner Stadtgüter wollen noch in diesem Jahr einen Antrag für den Bau von Windrädern (mitten in unsere Gemeinde) stellen – trotz Beendigung des Verfahrens „Windenergie“ durch die Gemeindevertretung. Da stellen sich die Fragen: Warum? Aber vor allem: wie?

Das Zitat von Herrn Hecktor (Zitat: „Ich vermute, die Gemeinde wird keine Einwände haben. Es dürfte auch vor Gericht sicher schwer fallen, plötzlich eine ablehnende Haltung darzustellen“, betonte der Geschäftsführer der Berliner Stadtgüter GmbH.) gleicht einer Drohung oder zumindest einer Erinnerung in Richtung des Bürgermeisters, sich an Absprachen zu halten. Hat letzterer etwa einen Pakt mit dem Teufel geschlossen und skrupellos unsere Heimat verschachert? Immerhin hat er seinerzeit die Gemeindevertreter sowie die Bürger (bewusst?) getäuscht und mit falschen Informationen gefüttert. So unter Druck gesetzt – aus Angst vor sogenannten Wildwuchs – haben die Gemeindevertreter damals dem Verfahren zur Ausweisung von Flächen zugestimmt. Sie dachten, sie müssten zwischen Pest und Cholera wählen und haben damit leider die Investoren erst angelockt. Als Gemeindevertreter würde ich mich missbraucht fühlen und als Bürger für dumm verkauft – vor allem, wenn man bedenkt, dass sich die Stadtgüter jetzt genau auf diese Zustimmung berufen (Zitat: Er {Hecktor} glaubt im Übrigen auch nicht, dass die Gemeinde Schönwalde-Glien sich in irgendeiner Form quer stellen wird, schließlich hätte man seinerzeit selbst zwei Flächen als Eignungsgebiete festgelegt, auf denen Investoren künftig Windkraftanlagen bauen könnten.).

Zum Glück befanden das Umweltministerium, die Gemeinsame Landesplanung, die Regionalplanung und weitere Stellen unsere Gemeinde als ungeeignet. Sogar ein potenzieller Investor legte naturschutzrechtliche Bedenken für diese Fläche ein. Dennoch wollen sich die Berliner Stadtgüter über all dies hinwegsetzen – also über geltendes Recht, das Ministerium, den Naturschutz und die Bürgerschaft. Haben sie die Gesetze der Demokratie außer kraft gesetzt? Auch wenn es einem in Schönwalde nicht so vorkommt, so leben wir dennoch in einer solchen und die sollten wir uns nicht nehmen lassen.

Dass das alles nichts mit „grüner Energie“, sondern ausschließlich mit Geld zu tun hat, können wir täglich in der Zeitung lesen (es wird nur noch vom „Profit“ der Bundesländer gesprochen). Zudem wird jedes neue Windrad in Brandenburg nicht mehr ans Netz angeschlossen, weil dieses schon lange überlastet ist. Bereits jetzt stehen in Brandenburg über 500 Windräder ohne auch nur ein Watt Strom zu erzeugen (was nicht weiter auffällt, da die anderen 2500 Windräder nicht viel mehr Strom produzieren). Aber jedes Windrad erhöht die CO2-Belastung, da es mit Braunkohlekraftwerken gekoppelt ist. Das Ziel der Energiewende ist längst verfehlt. Anstatt die Natur zu schützen, wird sie einfach platt gemacht. Und das auch noch auf unsere Kosten.

Aber ohne die Zustimmung der Gemeindevertretung können in Schönwalde keine Windräder zugelassen werden! Doch steht erst einmal ein Windrad, werden viele folgen. Das Ausmaß der Zerstörung unseres Landschaftsschutzgebietes ist nicht abzusehen. Es hängt also alles von Herrn Oehme und den Gemeindevertretern ab, die sich dieses Mal bitte nicht hinters Licht führen lassen und des Bürgermeisters Marionetten spielen sondern hoffentlich im Sinne des Landschafts- und Bürgerschutzes abstimmen werden.

Mag Herr Oehme einen langen Löffel haben, um mit dem Teufel zu speisen, wir Schönwalder haben einen noch längeren Atem!
 
R. Otto
Anmerkung der Red. Es handelt sich hier nicht um Prof. Dr. Otto, den Rechtsbeistand der BI
Advertisements

Eine Antwort zu “Kommentar zur Windkraft in Schönwalde

  1. Und ihr habt so recht. Am Montag kam eine Sendung im RBB über Windräder. Kann ich nur empfehlen. In der Sendung wurde genau das bestätigt. Was für ein Wahnsinn. Die Berliner Stadtväter verkaufen noch das Land Berlin, ohne das es einer mitbekommt. Meiner Meinung nach die schlimmsten wo’s gibt. Jetzt heißt erst recht, sein Recht auf Demokratie und Mitbestimmung einzufordern.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s