Archiv der Kategorie: In eigener Sache

In eigener Sache:


Unser Adleraugenmitglied – die parteilose Gemeindevertreterin Ines Zock – hat sich entschieden, im Mai 2014 zu den Kommunalwahlen nicht mehr anzutreten.

Über die Gründe sprachen mit ihr Herr Fischer von der Märkischen Allgemeinen Zeitung:

MAZ-Interview mit Ines Zock

und Herr Rachner vom Brandenburger Wochenblatt:

Link zum Mark-Online Interview

Uwe Abel

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Auf ein neues:


Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

4.329 Filme wurden beim Cannes Film Festival 2012 eingereicht. Dieses Blog hatte 16.000 Besucher in 2012. Wenn jeder Besucher ein Film wäre, dann würde dieses Blog 4 Film Festivals füllen

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Weihnachten; was sonst?


Wir wünschen allen Besuchern unserer Homepage ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.

weihnachtskerzen

Zum Ärger all derer die für ihre Eigeninteressen und gegen das Gemeinwohl undemokratische und intransparente Politik betreiben, werden wir alle Interessierten auch im Jahre 2013 wieder mit aktuell-kommunalpolitischen Themen und vielen Hintergrundinformationen versorgen. Mit 15.500 Klicks im Jahr 2012 auf unserer Seite wissen wir, dass das Interesse an breitgefächerter Information riesengroß ist. Dafür möchten wir uns bei Ihnen recht herzlich bedanken.

In diesem Sinne verbleiben wir mit den besten Wünschen für ein gesundes und glückliches Jahr 2013,

Ihre Adleraugen

Feuerwerk

Alles ist möglich, auch das Unfassbare!


Die Gemeindevertretung hat am 20.09.2012 mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung einen Abwägungsbeschluss für die 2. Änderung des B-Planes Nr. 16 Gewerbegebiet „Erlenbruch“ gefasst.

 Beschlussvorlage

Das hört sich groß an, ist es aber nicht. Hierbei geht es lediglich um 5 Wohnungen sowie einer Hausmeisterwohnung. Diese Wohnungen wurden vor Jahren vom örtlichen Bauunternehmer, Herrn Lothar Lüdtke, ohne Bauantrag und Baugenehmigung errichtet.

Im Jahre 2011 hat das Bauordnungsamt die Gemeinde Schönwalde-Glien davon in Kenntnis gesetzt, dass auf einem Grundstück im Erlenbruch das vorhandene Büro- und Lagergebäude teilweise zu Wohnungen umgenutzt worden sei. Die Bauaufsicht hat festgestellt, dass außer einer „Hausmeisterwohnung“ fünf weitere Wohnungen entstanden seien. Zulässig wäre lediglich die Hausmeisterwohnung gewesen.

Der Grundstückseigentümer und Investor, Herr Lothar Lüdtke, welcher gleichzeitig  CDU-Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeinde ist, wurde nun angehalten, einen vorhabensbezogenen B-Plan auf seine Kosten erstellen zu lassen. Ansonsten drohe ihm wohl der Rückbau der 5 Wohnungen.

Bei dieser B-Planänderung wurden üblicherweise die Träger der öffentlichen Belange TÖBs um Abgabe einer Stellungnahme zum Vorhaben aufgefordert. Im Abwägungsbeschluss wird ein B-Plan gebilligt, obwohl einige Träger öffentlicher Belange sich dagegen wenden bzw. Einsprüche erhoben haben. Doch lesen Sie selbst:

Stellungnahme des Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Regionalabteilung West vom 22.05.2012:

„Es darf bezweifelt werden, ob es planungsrechtlich zulässig ist, eine nur 0,43 ha kleine Fläche – bestehend aus einem einzigen Grundstück mit einem einzigen Gebäude – als planungsrechtlich eigenständiges Gebiet zu deklarieren.“

„Wenn – wie hier – dem Wunsch eines einzelnen Grundstückseigentümers entsprochen wird, ist es m.E. unangemessen und auch nicht wahrheitsgemäß zu erklären, dass man damit auf „die (allgemeine) Nachfrage nach Wohnbedarf reagiert“ hätte und „weil weiterer Wohnraum geschaffen wird, sich nun „insgesamt die Wohnsituation der Bevölkerung verbessert“ (…) – und das in einer Gemeinde, in der im eigentlichen Ort ganze Wohnsiedlungen neu entstanden sind. Ein allgemeiner (d.h. über v.g. Einzelwunsch hinausgehender) Wohnraumbedarf kann und sollte in diesem abseits und abgelegenen Gewerbegebiet nicht erfüllt werden.“

„Die Gemeinde muss sich genau überlegen, ob sie wegen weniger (oder gar nur einer?) Wohnungen eines einzelnen Grundstückseigentümers bisher noch mögliche Entwicklungsoptionen des übrigen GE (=Gewerbegebiet) tatsächlich dauerhaft aufgeben will, denn das MI wird als dann schutzwürdiger „Fremdkörper“ um sich herum die GE-Entwicklungsmöglichkeiten spürbar beschränken – beispielsweise durch sich nun zusätzlich an diesen neuen MI-Grenzen orientierenden Abstandserfordernissen. Damit müssen die bisherigen Abstandsklassenfestsetzungen in den textlichen Festsetzungen (TF) Nr. 1.2 -1.4 völlig überarbeitet werden.“

(Zitate aus der Stellungnahme zur Abwägung S. 8 und 9)

Stellungnahme des Landkreises Havelland, Dezernat IV. Bauordnungsamt vom 11.06.2012:

„Gemäß der Planbegründung ist der einzige Anlass der Planung das Interesse eines privaten Eigentümers, sein eigenes Betriebsgelände einer optimalen Vermarktung zuführen zu können. Da z.Zt. offenbar keine Nachfrage nach gewerblichen Flächen besteht, soll an einem städtebaulich problematischen Standort zwischen einer hoch frequentierten Landstraße und einem rein gewerblich geprägten Standort Wohnnutzung allgemein zulässig sein und eine bisher nicht vorhandene Gemengenlage neu geschaffen werden.“

„In diesem Zusammenhang verweise ich auf die höchstrichterliche Rechtssprechung, nach der es z.B. an der Planungsbefugnis der Gemeinde (hier: Planänderung) fehlt, wenn einzig und allein wirtschaftliche Interessen eines Eigentümers befriedigt werden sollen, ohne dass gleichzeitig städtebauliche Gründe für eine solche Änderung sprechen.“

„Hier würde zum einen das im Flächennutzungsplan dokumentierte städtebauliche Entwicklungskonzept für den Konversionsstandort „Erlenbruch“, das eine immissionsschutzrechtlich sinnvolle und gebotene funktionale Trennung in Mischbaufläche, Wohnbaufläche und gewerbliche Baufläche vorsieht, konterkariert.“

(Zitate aus der Stellungnahme zur Abwägung S. 15)

Untere Abfallbehörde:

„Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 16 Erlenbruch befindet sich auf Teilflächen des ehemaligen Kasernenkomplexes Schönwalde Fliegerhorst. Wegen der früheren militärischen Nutzung besteht für das gesamte Gebiet grundsätzlich Altlastenverdacht.“

(Zitate aus der Stellungnahme zur Abwägung S. 16)

Link zur vollständige Abwägung zu den Stellungnahmen der TÖBs

Die Adleraugen bezweifeln aufgrund der vor genannten Stellungnahmen, dass man sich für jeden Bürger dieser Gemeinde in einer ähnlichen Situation derart ins Zeug gelegt hätte. Was meinen Sie?

Wir würden uns über Ihre Vorschläge zur Vervollständigung des Satzes in der Überschrift freuen. Den trefflichsten Vorschlag nehmen wir gerne auf, um die Überschrift damit zu ergänzen.

Die Adleraugen

Ohne Schuld – in Sachen Teilflächennutzungsplan Windenergie Schönwalde-Glien


Wir kennen Herrn Oehme aus zahlreichen Presseveröffentlichungen als jemanden der niemals an einer Sache Schuld hat bzw. Verantwortung trägt. Diese seine Unschuldbekundungen allein sollte uns bereits stutzig werden lassen, da ein Hauptamtlicher Bürgermeister quasi Kraft seines Amtes zu den Entscheidungsträgern einer Gemeinde gehört und somit selbstverständlich auch Verantwortung tragen muss.

Ein gutes Beispiel bietet uns der Teilflächennutzungsplan „Windenergie in Schönwalde-Glien“. Dieses Verfahren wurde den Gemeindevertretern bereits im vergangenen Jahr per Beschlussvorlage aus der Gemeindeverwaltung präsentiert. Nur zur Erinnerung; Herr Oehme ist der Chef dieser Verwaltung. Insofern fragen wir, warum hat Bodo Oehme, welcher im übrigen auch Vorstandsmitglied der Regionalen Planungsgesellschaft Havelland-Fläming ist und damit an der Quelle der Informationen zur regionalen Planung in Sachen Windkraft sitzt, solch eine Beschlussvorlage in die Gemeindevertretung einbringen lassen? Sicherlich nicht, weil er keine Windkraftanlagen in Schönwalde-Glien haben möchte. Dann hätte er als Vorstandsmitglied der Regionalen Planungsgesellschaft Havelland-Fläming nur abwarten müssen, bis die entsprechenden Beschlüsse dort gefasst sind, welche für die Gemeinde Schönwalde-Glien im übrigen derzeit keine Windkraftanlagen in der Planung vorsehen. Die Beschlussfassung zur Auslegung der Regionalplanung wurde bereits gefasst. Eine typische Reaktion des Bürgermeisters, Bodo Oehme, folgte prompt.

So liest man in der Märkischen Allgemeinen Zeitung, dass Bürgermeister Bodo Oehme seine eigenen Planungen vorerst trotzdem weiterlaufen lassen will. Es sei ja möglich, dass das Land noch mehr Windeignungsgebiete wünscht – und dann seien vielleicht auch Landschaftsschutzgebiete keine Ausschlusskriterien mehr, meint Herr Oehme. Hier ist wohl eher der Wunsch des Bürgermeisters der Vater des Gedanken. Im Klartext heißt das, Schönwalde-Glien plant aller Voraussicht nach für die Tonne, und zwar weil wir einen Bürgermeister haben, der in seiner Borniertheit scheinbar nicht zu übertreffen ist. Sobald die Regionalplanung nämlich abgeschlossen ist und das Land Brandenburg keine Einwendungen erhebt, muss sich Schönwalde-Glien der übergeordneten Planung unterordnen. Das heißt, der eigene Teilflächennutzungsplan Windenergie spielt dann keine Rolle mehr. Das ist sicher.

Sicher ist auch, dass das Geld, welches für die aufwendige Planung ausgegeben worden ist, für die Gemeinde verloren ist. Man hätte es auch genauso gut zum Fenster rauswerfen können. Und da gibt es noch eine Sache die sicher sein wird, wenn es soweit ist; Bodo Oehme trägt für all das keine Verantwortung bzw. hat keine Schuld daran. Oder sieht das irgendjemand anders?

Die Adleraugen

Nichts Neues?


Gerade wurde der Link für das neueste Amtsblatt von mir eingestellt. Es bezieht sich auf die Sitzung im Januar. Ja leider dauert es immer ca. 1 Monat, bis die Information den Bürger erreicht. Tröstet euch, in Falkensee geht das auch nicht schneller. Dafür ist geplant den Bürgern neben der Einladung auch die dazugehörigen Vorlagen, Unterlagen und Anträge zugänglich zu machen. Der Bürger soll dann online auf den öffentlichen Teil zugreifen können. Die Abgeordneten in Falkensee können dies bereits.

Ansonsten scheint im Moment nicht viel los zu sein. Das Thema Schlossgut und Polo, sowie das Thema Sportplatz Erlenbruch werden wir kritisch beobachten.

Ein wichtigen Punkt gibt es aber doch noch zu beachten: Den Teil-Flächennutzungsplan „Windenergie“ Hier sollten nicht nur die Anwohner prüfen, ob nicht Ihre Interessen berührt werden.

Ach so, noch etwas Eigenlob. Links oben auf dem Blog findet Ihr ein Kästchen mit einer Zahl. Die wird von ebuzzing nach einem recht komplizierten System ermittelt. Um es kurz zu machen. Der Adleraugenblog gehört zu den 100 wichtigsten politischen Blogs. Zur Zeit stehen wir auf Platz 66.

Uwe Abel

Das Interview mit Frau Zock


Mit freundlicher Genehmigung von Frau Zock veröffentlichen wir hier das Interview aus der Märkischen Allgemeine.  In der Printausgabe befindet sich noch ein Bild von Frau Zock mit der Unterschrift:“Als Ortsvorsteherin gescheitert.“  Meine Meinung Ich persönlich hätte da ja noch ein Fragezeichen hinter gesetzt. Ich empfehle dazu auch folgenden Artikel http://wp.me/pR9CJ-QK

„Zurückhaltung fällt mir schwer“
Schönwaldes frühere Ortsvorsteherin Ines Zock über ihre Abwahl, ihren Hang zu aussichtslosen Kämpfen und den Untergang der Titanic

Ines Zock ist als Ortsvorsteherin von Schönwalde-Siedlung abgewählt worden. Über Kleinkrieg, Fehler und Bodo Oehme sprach mit ihr Oliver Fischer.

Frau Zock, wie sehr hat Sie der Abwahlantrag überrascht?


Ines Zock: Der Zeitpunkt – kurz vor Weihnachten – war schon sehr überraschend. Ansonsten gab es die Ankündigung von CDU-Fraktionschef Lothar Lüdtke, dass mein Engagement im Bürgermeisterwahlkampf für den SPD-Kandidaten Matthias Beigel Konsequenzen haben würde. 2010 soll es übrigens auch schon mal den Versuch gegeben haben, eine Mehrheit für meine Abwahl zu organisieren. Damals soll es aber an den Linken gescheitert sein.

Jetzt haben die Linken die Abwahl unterstützt. Mario Bauer hat gesagt, eine Zusammenarbeit mit Ihnen war nicht mehr möglich. Sie sind enttäuscht. Worüber genau?

Zock: Ich bin mit Mario Bauer immer gut ausgekommen. Deshalb hätte ich mir gewünscht, dass er auf mich zugeht, wenn er Probleme mit meiner Arbeit hat. Das hat er nicht getan.

Sie müssen aber auch selbst bemerkt haben, dass die Stimmung im Ortsbeirat zunehmend schlechter wurde.

Zock: Die letzten Sitzungen waren tatsächlich anstrengend. Da gab es den Kleinkrieg, den Jochen Mund . . .

. . . der für die CDU den Abwahlantrag gegen Sie unterschrieben hat…

Zock: . . . moniert hat. Die Protokollkontrollen sind ausgeartet. Selbst kleine Vorschläge von mir wurden niedergeredet, so habe ich mir die ehrenamtliche Arbeit als Ortsvorsteherin nicht vorgestellt.

Haben auch Ihre Auseinandersetzungen mit Bürgermeister Bodo Oehme Ihre Arbeit beeinträchtigt?

Zock: Die Differenzen haben meine Arbeit sicher nicht leichter gemacht. Aus meiner Sicht habe ich Bodo Oehme aber nur kritisiert, wenn es notwendig war.

Einige Schönwalder sprechen auch bei diesen Streitigkeiten von einem Kleinkrieg.

Zock: Von meiner Seite waren das kritische Anmerkungen zu Großprojekten, in die viel Geld geflossen ist und noch fließen soll. Oder nehmen Sie die Kitagebühren. Da habe ich mich für eine sozialverträgliche Erhöhung eingebracht. Ich bin kein Mensch, der wegschauen kann. Aber ich verfolge keine persönlichen Interessen, mein einziger Lohn ist die Anerkennung der Bürger.

Dafür begeben Sie sich aber ganz schön oft in Situationen, die Ärger einbringen, und die für Sie unangenehm sind.

Zock: Das ist mein Naturell. Ich wäre früher wohl mit dem Schlauchboot losgerudert, um den Untergang der Titanic zu verhindern. Aber ich habe mich auch entwickelt. Heute würde ich eine Schwimmweste mitnehmen.

Heißt das, Sie haben ein Hang zu aussichtslosen Kämpfen?

Zock: Mir ist bewusst, dass ich selten eine Chance gegen die absolute Mehrheit der CDU hatte. Trotzdem ist es mir in diesen Momenten wichtig, den Menschen mitzuteilen, dass es Alternativen gibt.

Aber Sie stehen mit Ihrer Ansicht oft alleine da. Kritiker sagen, Sie wüssten nicht, wann Sie Ihre Meinung besser für sich behalten sollten.

Zock: Zurückhaltung fällt mir schwer, aber natürlich habe ich auch Fehler gemacht.

Welche waren die größten?

Zock (überlegt): Ich könnte jetzt einige nennen, aber ich glaube, um meine Fehler ging es nicht, sondern darum, mich als kritische Stimme aus dem Verkehr zu ziehen.

Das ist geglückt. Wie sehr trifft Sie das persönlich?

Zock: Ich bin leidgeprüft. Und es gibt immer ein zweite Runde.

Wie könnte die aussehen?

Zock: Ich werde meine Mandate behalten, und bei der Kommunalwahl 2014 wird sich auch etwas finden. Ich will den Bürgern als kritische Stimme erhalten bleiben.

Was würden Sie anders machen, wenn Sie nochmal Ortsvorsteherin werden könnten?

Zock (lacht): Ich würde eine Schwimmweste anziehen.

Leserbrief Nr. 2 zur Abwahl von Frau Zock


 Wei versprochen veröffentlichen wir hier den Leserbrief von Michael Krug. Ich persönlich halte diesen Leserbrief für den bisher besten Kommentar zu dem Thema. Eine hervorragende Beurteilung und Einschätzung der Veranstaltung.

Leserbrief von Michael Krug: 

Während der Sitzung des Ortsbeirates brannte im Rathauszimmer des Bürgermeisters das Licht. Er war der Abwahl seiner ärgsten politischen Widersacherin der letzten Jahre ferngeblieben. Dieses demonstrative Desinteresse an dem Thema steht in krassem Widerspruch zu dem Schriftverkehr, den der Bürgermeister um die Weihnachtsfeiertage herum mit Ines Zock geführt hat – einem Schriftverkehr, der das „C“ vermissen lässt, das im Namen der Partei steht, für die der Bürgermeister und die Mehrzahl der mutmaßlichen Abwähler agieren. Vielleicht war der Bürgermeister auch unsicher, ob die von ihm nach meiner Einschätzung mit Sicherheit maßgeblich mit inszenierte Abwahl „dramaturgisch“ ein Erfolg werden würde. Ich empfand den Dienstag nach all‘ den Jahren, in denen Ines Zock ihre Freizeit in das Gemeinwohl investiert hat, als ein misslungenes Schauspiel. Ein bereits bei der 1. Frage eines Bürgers nach den Gründen für den Abwahlantrag wenig resolut wirkender Mario Bauer zeigt mir, dass es keinerlei sachliche sondern nur persönliche Gründe waren, die zu dem Abwahlantrag geführt haben. Dieses Gefühl untermauerte Jochen Mund als der 2. Antragsteller, der außer dem Schlagwort „Kleinkrieg“ keine überzeugenden Gründe zu benennen wusste. Frau Kosche als weitere Vertreterin der CDU hatte offenkundig nicht einmal erkannt, was sie im Ortsbeirat tut, in dem sie sinngemäß formulierte „Wir machen hier keine Politik“. Die ebenfalls dem Ortsbeirat angehörende Ehefrau des Bürgermeisters gab die von zahlreichen Bürgern über „schwere Verfehlungen“ von Frau Zock „gut Informierte“. Als jemand der ihren Ausführungen dann im nicht öffentlichen Teil folgen durfte, muss ich feststellen, dass dieses für mich an dem Abend ein schwerer Affront im gegenseitigen Miteinander war. Hier wurden „Mücken zu Elefanten aufgeblasen“ und ohne Not der Öffentlichkeit vorenthalten, so dass sich Ines Zock nicht einmal erklären konnte. Es war eine von den Vertretern der CDU und der Linken unwürdig inszenierte Abwahl, die in einer nie dagewesenen Protokollkontrolle endete, bei der Ines Zock als ehrenamtlich tätiger Ortsvorsteherin sogar Datumsschreibfehler mit großen Worten vorgehalten wurden. Was bleibt ist ein mit Sicherheit hoch erfreuter Bürgermeister einer Gemeinde, durch die sich menschlich an vielen Stellen ein tiefer Graben zieht. Ein Graben, der offenkundig der unterschiedlichen Sozialisation seiner Einwohner geschuldet ist. Mein Empfinden am Dienstag war, dass die Mehrzahl der Abwahlanhänger in Schönwalde „alteingesessen“ sind, während die Anhänger von Ines Zock mehrheitlich „neu in Schönwalde“ sind. Mir fehlt in dieser bedrückenden Situation ein Bürgermeister, der mit Fingerspitzengefühl sowie dem Wissen um seine Stimmenverluste bei der Wahl im Herbst und die Tatsache, dass ihn 2 von 3 Schönwaldern nicht gewählt haben, auf politische Kontrahenten zugeht anstelle diese durch Personen aus seinem Umfeld verunglimpfen zu lassen oder sogar selber mit diesen –um im Sprachgebrauch von Jochen Mund zu bleiben- einen Kleinkrieg (anders ist der anfangs erwähnte Schriftverkehr nicht zu bezeichnen) zu führen. Michael Krug (parteiloses Mitglied des Ortsbeirates Schönwalde-Siedlung)

Leserbriefe zur Abwahl von Frau Zock.


Leider hat die Märkische Allgemeine die Leserbriefe von Michael Krug und Uwe Abel nur auszugsweise in der Zeitung wiedergegeben. Die aus dem Zusammenhang gerissenen Textpassagen verfälschen den Sachverhalt und den Gedankengang der Leserbriefschreiber. Mir wäre es lieber wenn zumindest ein Brief vollständig abgedruckt worden wäre. Daher stellen wir die vollständigen Texte hier online. Der erste Brief ist von Uwe Abel. Der Brief von Michael Krug wird Anfang der Woche folgen. Auch darauf hinzu weisen, dass es eigentlich die Antragssteller aus der CDU selbst sind, die weitere Erfolge verhindern weil sie in ihren eigenen Partei kein  Durchsetzungsvermögen haben und nur vor dem Bürgermeister kuschen. veröffentlicht.

Leserbrief von Uwe Abel

Für Herrn Mund war nach der Verlesung der Erklärung von Frau Zock alles klar. Jetzt war für ihn der Grund seines Abwahlantrages gefunden. Auch für den neutralen Beobachter war jetzt alles klar. Eingangs wurde noch seitens der Antragsteller versichert, dass es sich nicht um eine persönliche oder ein politische Angelegenheit handle. Ach Ja? Um was denn dann? Was hat sich den Frau Zock zu schulden kommen lassen?

Am Volkstrauertag nur Ihren Vertreter zu schicken? Was ist daran falsch auch mal seinem Vertreter die Bühne zu überlassen? Ihre Ansprache? Auf keinen Fall. Jeder hätte die Gelegenheit genutzt, den Bürgern und Wählern das Erreichte zu präsentieren um die Antragsteller Lügen zu strafen.

Nach einigem Abstand von den Ereignissen und wenn man zwischen den Zeilen von Herrn Mund liest, kann man nur zu einem Schluss kommen. Frau Zock wurde abgewählt, weil sie es gewagt hat die CDU Politik in Schönwalde zu kritisieren. Wir werden ja sehen, wie sich jetzt das Stimmverhalten in der GVV ändert, wenn es um Anträge aus dem Ortsbeirat geht.

Wer neuer Vorsitzender wird weiß ich bisher nicht. Vielleicht Frau Dr. Krieg-Oehme oder Frau Kosche? Letztere wohl eher nicht. Als Anwältin berät sie den hauptamtlichen Bürgermeister Herrn Oehme und steht damit in einem abhängigen Vertragsverhältnis. Überraschend wäre es, wenn man den parteilosen Michael Krug oder Michael Laarß (Die Grünen) zum Vorsitzenden machen würde. Damit würde den Kritikern des Abwahlantrages der Wind aus dem Segel genommen werden. Das hätte man dann aber schon längst machen müssen.

Uwe Abel

Abwahl der Ortsvorsteherin von Schönwalde-Siedlung


Dienstag, 10.01.2012 um 19:30 Uhr im Gemeindesaal, Berliner Allee

Antragsteller sind Hans-Joachim Mund (CDU) sowie Mario Bauer (als Vertreter für die LINKE)

Der Antrag ist unbegründet und liegt der Ortsvorsteherin seit dem 13.12.2011 vor. Die Ortsvorsteherin, Ines Zock, hat bereits zweimal um eine schriftliche Begründung des Abwahlantrages gebeten. Bisher sind ihre Bemühungen erfolglos geblieben.

Die Adleraugen